Pressemitteilung vom 21.10.2026
Die Verleihung der deutschen Staatsbürgerschaft markiert das Ende eines oft jahrelangen Integrationsweges und den Beginn der vollen demokratischen Teilhabe. Um diesen Meilenstein im Leben der Betroffenen gebührend zu würdigen, setzen sich die Rodgauer Bündnisgrünen für eine neue Willkommenskultur ein.
Bereits im November 2024 brachte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Rodgau einen Antrag für eine feierliche Willkommensveranstaltung ein. Auf Initiative der Mehrheitskoalition aus CDU, SPD und Volt wurde dieser Plan ums alle neu zugezogenen Personen erweitert, woraufhin der Magistrat mit der Ausarbeitung eines solchen Konzepts beauftragt wurde.
Im Sommer 2026 drohte dieses Vorhaben komplett zu scheitern. Die zuständige Dezernentin erklärte, dass jährlich über 2.500 Neubürger durch einen Wohnungswechsel nach Rodgau ziehen. Hinzu kämen dann noch etwa 300 Einbürgerungen. Angesichts leerer kommunaler Kassen und fehlender Hallenkapazitäten sei das nicht finanzierbar. Die Rathausmehrheit will mit ihrem aktuellen Antrag den gesamten Beschluss wieder kippen.
Für die Grünen bedeutet dies jedoch, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Denn während neu zugezogene Personen lediglich ihren Wohnsitz verlegen, besitzt die Einbürgerung als deutsche Staatsbürgerin oder deutscher Staatsbürger nicht nur für die Betroffenen eine weitreichende, lebensverändernde Bedeutung. Die Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft ist ein tiefes Bekenntnis zur Wertegemeinschaft und Demokratie. Ein angemessener Rahmen, etwa im Sitzungssaal des Rathauses, drückt gesellschaftliche Wertschätzung aus und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl vor Ort.
Mit dem Grünen Änderungsantrag hält die Grüne Fraktion an der ursprünglichen Idee fest, den neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern zumindest die Übergabe der Einbürgerungsurkunde in einem feierlichen Rahmen zu ermöglichen. Durch die Nutzung städtischer Räumlichkeiten lassen sich die feierlichen Momente nahezu kostenneutral realisieren.

Artikel kommentieren
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.