Biodiversität und Landwirtschaft

Die modernen Methoden der Landwirtschaft durch gezielte Züchtung und durch die generellen
technischen Fortschritte, führt weltweit zu immer größeren Betrieben mit weniger bäuerlichen als vielmehr industriellen Strukturen. Zudem verengt sich die Auswahl der Rassen und Sorten, so dass in den Betrieben die regionalen, traditionellen Haustierrassen und Getreidesorten durch neue Hochertragsrassen und Hochertragssorten ersetzt wurden und werden. Züchtung erfolgt mit Blick auf höhere Produktivität, Toleranzen gegen abiotische und Resistenzen
gegen biotische Stressfaktoren, erhöhten Nährstoffreichtum und
konsumerorientierte Eigenschaften.

Beispielsweise  werden in Indien in 75 Prozent der Reisanbaugebiete, in denen früher bis zu 30.000 verschiedene Reissorten angebaut wurden, inzwischen nur noch zehn Reissorten verwendet.

Ähnliches gilt für die Diversität unter den Haustierrassen: "Von
den 7.616 identifizierten domestizierten Nutztierrassen gelten 20 Prozent als vom
Aussterben bedroht, und im Laufe der vergangenen sechs Jahre sind 62 Rassen ausgestorben. Dabei verzeichnet Europa den höchsten Prozentsatz von Rassen, die ausgestorben
oder bedroht sind" schreibt beispielsweise Detlef Virchow in seinem Beitrag "Die Erhaltung der Agrobiodiversität" in derAusgabe "Aus Politik und Zeitgeschichte" im Januar 2008.

Die Erhaltung der Agrobiodiversität",
Detlef Virchow

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