Kinderkrebsstudie belegt signifikant erhöhtes Krebsrisiko für Kinder

Die Bereitschaft, ernsthaft die gesundheitlichen Risiken der Kerntechnologie zu beleuchten, ist von Seiten der Atom-Lobby, aber auch von Seiten der Wissenschaft, nicht sehr hoch.

Seit Jahren wird zwar eine Verbindung zwischen atomaren Anlagen und Leukämie vermutet, etwa im Umkreis der norddeutschen Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel. Doch erst seit März 2008 gibt es eine Kinderkrebsstudie über die "Häufigkeit von Krebs bei Kindern in der Umgebung von Kernkraftwerken " – herausgegeben vom Bundesamts für Strahlenschutz.

Aus der BfS-Studie:

"Die jüngste vorgestellte Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken hat zum Ergebnis, dass in Deutschland Kinder unter 5 Jahren häufiger an Krebs, insbesondere Leukämie erkranken, je näher sie an einem Kernkraftwerksstandort wohnen". (…)

"Das Risiko ist nicht nur im 5-km-Umkreis statistisch signifikant erhöht, sondern bis hin zu 50 km Entfernung. Legt man diese Distanz zugrunde, muss von mindestens 121 – 275 zusätzlichen Neuerkrankungen ausgegangen werden. Dies wären pro Jahr  5 bis 11 zusätzliche Krebserkrankungen."

Trotz dieser Risiken will Ministerpräsident Koch eine Laufzeitverlängerung von Biblis A.

Der Block A des Atomkraftwerkes Biblis ist das älteste
aktive Atomkraftwerk in Deutschland. Alleine in diesem Block ereigneten
sich seit der Inbetriebnahme über 375 meldepflichtige Zwischenfälle.
Darunter der Beinahe-GAU im Jahr 1987, nach dem RWE zu erheblichen
Nachrüstungen gezwungen wurde, sowie die Aufdeckung von Verstößen gegen
die Betriebsgenehmigung, die im Jahr 2003 eine mehr als achtmonatige
Betriebssperre und die Anordnung von Umbauten nach sich zog. Ein
Vergleich der Zahl der meldepflichtigen Ereignisse in Deutschland von
1994 bis 2004 ergibt einen Durchschnittswert von 88 Ereignissen pro
Atomkraftwerk. In Biblis A dagegen sind 107 Ereignisse aufgetreten,
d.h. 20 Prozent mehr als im Durchschnitt aller deutschen Atomkraftwerke.

Rechnerisch deckt Block A des Atomkraftwerkes Biblis ca. 20 Prozent
des hessischen Stromverbrauchs. Dass diese Stromproduktion problemlos
ersetzt werden kann, hat zuletzt der Ausfall des Blocks vom 12. April
bis 30. Dezember 2003 gezeigt.

Auch im Norden Deutschlands gibt es erhebliche Widerstand gegen das AKW Krümmel in der Elbmarsch. Eine Bürgerinitiative dokumentiert Fälle von Leukämie bei Kindern ("Bi-Leukämie ")

Artikel kommentieren

Facebook
YouTube
Instagram