Trauerspiel um Flatterulme (PM)

Dudenhofen hält viel auf seine Heimatverbundenheit und pflegt ein nostalgisches Image. Neben dem Rektor-Geißler-Haus steht ein Schäfer-Idyll mit Schaf und Hund. Wie schön war es doch damals.

Nun können die Dudenhöfer Frontmänner und Frauen des Kulturförderkreises demnächst eine Flatterulme aus Gusseisen neben Schaf und Schäfer stellen. Denn die Ulme, die seit 150 Jahren neben dem Bahnhof in Dudenhofen steht, ist nach Auskunft eines Gutachtens tot. Der Baum, der über 400 Jahre alt werden könnte und damit fast noch als Teenager gelten kann, hatte keinen optimalen Standort.

Die S-Bahn-Bauten hatten den Einzugsbereich der Wurzeln verkleinert,  die Versiegelung des Bodens bis in Stammnähe und die direkt auf dem Wurzelbereich parkenden PKW’s belasten die Lebensbedingungen des Baumes noch zusätzlich.

Der von den Grünen initiierte Stadtverordnetenbeschluss, der zumindest das unerlaubte Parken verhindern sollte, ist noch immer nicht umgesetzt. Seit der Trockenperiode vor einigen Wochen welken die Blätter der Ulme. Eine Mailanfrage an den Bürgermeister wurde wegen dessen Urlaub an die Erste Stadträtin weitergeleitet, blieb bisher aber ohne Antwort. Von der unteren Naturschutzbehörde ist von einem in Auftrag gegebenen Gutachten die Rede.
Immerhin, zum Schutz der falsch parkenden Autos war möglich, was zum Schutz des Baumes nicht möglich war, es wurden Halteverbotsschilder mit dem Hinweis Astbruchgefahr aufgestellt.

Zur Rettung des Naturdenkmales waren die schwierigen Besitzverhältnisse der früheren Bahngrundstücke unüberwindliche Hindernisse. Man darf gespannt sein, ob diese Hindernisse auch für eine Fällung gelten.

Dass der imposante Baum auch weiterhin Dudenhofen und Rodgau schmücken wird ist nach dem gegenwärtigen Wissensstand jedenfalls eher unwahrscheinlich.


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