Die langanhaltende Hitzeperiode dieses Sommers macht deutlich: Rodgau ist für den Klimawandel nicht ausreichend gewappnet. Sinkende Grundwasserstände und eine erstmals auf „Rot“ geschaltete Wasserampel des Zweckverbands Wasserversorgung Offenbach (ZWO) verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf.
Die Rodgauer Grünen bringen deshalb einen konkreten Antrag auf den Weg: Die Stadtverwaltung soll bis April 2027 ein Entsiegelungskataster für alle kommunalen Liegenschaften und Verkehrsflächen erstellen. Über die im Antrag angegebene jährlich zu entsiegelnden 2.000 Quadratmeter Asphaltfläche haben die Grünen Verhandlungsbereitschaft signalisiert.
Die Grundwasserressourcen in der Untermainebene stehen bereits heute unter intensivem Druck, zitieren die Grünen das offizielle Kommunale Wasserkonzept der Stadt Rodgau. Während die Grundwasserstände seit Jahren kontinuierlich sinken, kann auch bei starkem Niederschlag nicht ausreichend Regenwasser versickern. Das belegen u.a. der Dürremonitor des Helmholtz Instituts oder auch KLIWA, einer länderübergreifenden Kooperation aus dem Deutschen Wetterdienst (DWD) sowie den Umweltministerien und Landesämtern von Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Das Argument, der Wassernotstand im Sommer sei lediglich mangelnder Förderkapazität des ZWO geschuldet, greift zu kurz.
Mit einer – laut Rodgauer Wasserkonzept – geschätzten Versiegelungsquote von rund 48 Prozent liegt Rodgau auf dem hohen hessischen Landesdurchschnitt. Fast die Hälfte des Stadtgebietes ist zubetoniert – wertvolles Regenwasser fließt ungenutzt in die Kanalisation, statt das Grundwasser neu zu bilden.
Den Einwand, ein solches Kataster sei wegen des bestehenden Grünflächenkatasters überflüssig, lässt die Fraktion nicht gelten. Während das Grünflächenkataster lediglich den Ist-Zustand verwaltet, ist das Entsiegelungskataster ein aktives Planungswerkzeug. Es sorgt für messbaren Hochwasserschutz bei Starkregen, kühlt die Stadt bei Hitze und trägt dazu bei langfristig die Trinkwasserreserven zu erneuern.
Doch der Kurs von CDU-Bürgermeister Max Breitenbach in Sachen Klimaschutz gleicht einer Verweigerung: Das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt wurde faktisch zu den Akten gelegt, das Kommunale Wasserschutzkonzept für erledigt erklärt. Die SPD-Fraktion schaut tatenlos zu. Die einst unter dem früheren SPD-Bürgermeister Jürgen Hoffmann initiierten, innovativen Kooperationskonzepte werden von den eigenen Genossen widerstandslos beerdigt.

Artikel kommentieren
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.